Die Botschaft der Tiere - Katzen

04.10.2015 06:06
An einem ruhigen, angenehmen – für den Menschen unzugänglichen – Ort fanden sich eines Tages sämtliche Vertreter der Katzenrasse ein um sich miteinander auszutauschen. Von jeder Katzenart war ein Vertreter vor Ort um die Anliegen, Sorgen, Nöte sowie Neuigkeiten und Botschaften seiner Art vorzubringen. Jeder konnte sich in dieser Versammlung zu Wort melden und seine Argumente, Berichte, Erzählungen, Erfahrungen vortragen. Als es sich alle gemütlich gemacht hatten, wurde die Besprechung eröffnet. Den Vorsitz hatte diesmal der Schneeleopard inne, denn bei jeder Versammlung hatte eine andere Katzenart den Vorsitz. „Bevor die Besprechung beginnt, möchte ich Euch noch kurz den Grund für diese ungeplante Versammlung erörtern: Mutter Natur reicht es schön langsam wie es auf der Erde zugeht – konkret das Verhalten des Menschen mit der Welt verärgert sie – deshalb hat sie alle Tiere gebeten Versammlungen abzuhalten und danach soll jeder Vorsitzende der jeweiligen Tiergruppe ihr diesbezüglich Bericht erstatten. Danach wird Mutter Natur entscheiden wie es mit den Menschen weitergehen soll. So, nachdem ihr den Grund für die spontane Versammlung, wisst bitte ich um Eure Meinungen.“

Als erstes meldete sich der Tiger zu Wort: „Zum Glück will Mutter Natur endlich etwas unternehmen! Es wird höchste Zeit, denn die meisten Menschen haben nichts aus der Vergangenheit gelernt und verweigern jegliche Einsicht und Möglichkeit etwas zu lernen! Zum Glück muss ich sagen, sind nicht alle so! Es gibt viele Menschen, welchen das Wohl von uns Katzen und das der anderen Tiere sehr am Herzen liegt! So, dies musste ich einmal los werden. Nun komme ich zu meinem Anliegen: Unsere Situation ist kritisch, denn wir werden nicht nur wegen unseres Fells gejagt, sondern auch wegen unserer Knochen. Und man stelle sich vor, Menschen in höher entwickelten Ländern glauben tatsächlich unsere Knochen würden ihre Potenz bzw. ihre Gesundheit steigern. Das ist doch reiner Hokospokus, dass hat die Wissenschaft der Menschen längst bewiesen! Dennoch merken diese Menschen nicht wie lächerlich sie sich machen, denn sie könnten es dank der Menschenmedizin viel einfacher, billiger und vor allem etwas wirklich wirksames haben (das nennen sie Tabletten) und dennoch rühmen sich genau diese Vertreter der Menschen so weit fortgeschritten zu sein...echt peinlich. Wir Tiger verstehen, dass das in vergangenen Zeiten normal war und die Menschen es nicht besser wussten, aber die heutigen Menschen sollten es besser aber wirklich besser wissen!“

Die Katzen nickten zustimmend. „Nun, ich bitte um weitere Wortmeldungen“ brummte der Schneeleopard. Gerade als der Leopard sprechen wollte, war der Luchs schneller. Der Luchs meinte sanft: Entschuldigung, dass ich mich vordränge, aber ich muss die Meinung meiner Artgenossen schnell vorbringen: Wir sind nicht sooft im sogenannten Fernsehen vertreten, zumeist nur wenn wir ein Schaf/Rind geschlagen und gefressen haben. Doch Berichte dieser Art sind so derartig von einer Doppelmoral behaftet, dass es weh tut. Es ist doch klar, dass wir uns das einfache, praktisch auf dem Silbertablett servierte Essen nicht entgehen lassen können, denn wie jeder Anwesende hier weiß ist es verdammt schwer geeignete Beute zu erlegen. Die Menschen sollten aufhören, sich selbst zu belügen, denn keiner von ihnen würde kilometerweit fahren oder laufen um Essen zu bezahlen, wenn es dies gratis vor jedem Wohnhaus gäbe...Wir Luchse meinen, dass es Zeit wird, die Menschen an diese Wahrheit zu erinnern und ihnen zu zeigen das wir alle Mutter Natur´s Geschöpfe sind. Doch haben wir auch positive Erfahrungen mit einigen Menschen gemacht: Es gibt einige die sich um uns kümmern und mit den anderen Menschen sprechen und ihnen unsere Situation erklären und damit haben sie den einen oder anderen von uns schon das Leben gerettet bevor uns ein wütender Mob gelyncht hätte.“

„Danke für diesen interessanten Aspekt, lieber Luchs. So jetzt hören wir die Meinung des Leoparden“ sagte der Schneeleopard nun etwas strenger um eventuelle Sprecher zum Warten zu ermahnen. Der Leopard erhob sich voller Würde und begann zu sprechen: „Ich kann dem Luchs nur zustimmen, denn auch bei meiner Art läuft es so ähnlich ab, der Unterschied liegt lediglich in der Umgebung. Der Mensch verdrängt seine eigene Artgenossen so sehr, sodass diese sich nicht anders zu helfen wissen und in unser Revier eindringen um einen Platz zum Leben zu finden, dies akzeptieren wir soweit wir können, aber Mutter Natur hat uns unsere Instinkte gegeben und gegen diese können wir nicht so leicht ankämpfen und so kommt es wie es kommen muss...wir gehen in die Dörfer jagen und wer bzw. was nicht bei drei in seiner Hütte oder Versteck ist wird gejagt. Was sollen wir machen? Mehr als uns zurück zu ziehen und zu versuchen den Menschen aus dem Weg zu gehen können wir nicht. Wir sind nicht böse, dass sind Eigenschaften des Menschen, nicht die der Tiere. Wir Katzen und auch die anderen Tiere handeln lediglich wie es unserer Art entspricht. Ein Anliegen habe ich jedoch noch: Die Menschen jagen uns wegen unseres Fells, um es dann an andere Menschen zu verkaufen. Ist das noch notwendig? frage ich Euch. Den Menschen in der Vergangenheit blieb nichts anderes übrig, denn sie brauchten etwas zum anziehen, doch die heutigen Menschen haben die Wahl! Sie können künstliche Felle erzeugen (die schauen genau aus wie unsere!) und hätten es nicht notwendig sich auf so ein Niveau herabzulassen. Diese Tatsache verdrängen sie und erfinden tausend Ausreden warum sie es dennoch tun. Ich finde, Mutter Natur sollte den Menschen eine Lektion erteilen, sodass diesen hören und sehen vergeht...! Das ist die Meinung der Leoparden. Die Katzen miauten laut als Zustimmung.

Der Schneeleopard wurde hellhörig. „Interessante Idee, lieber Leopard. Gibt es noch weitere Meldungen? Löwe, möchtest du vielleicht etwas sagen?“ „Gerne. Ich komme gleich auf den Punkt: Was glauben die Menschen wer sie sind? Sie halten sich für die Krone der Schöpfung, aber an ihrer Stelle wäre ich nicht so arrogant! Ohne Waffen sind sie uns im Zweikampf klar unterlegen und das wissen sie genau! Einer der schlimmsten Erfindungen war das Gewehr, nicht genug das sie sich selbst gegenseitig hinterhältig erschießen, nein auch gegen uns Tiere erheben sie diese bösen Waffen! Wir haben kein Problem, wenn die Menschen unsere Körper als Nahrung benötigen würden, aber der Großteil der Menschheit hat das nicht mehr notwendig, die bösen Menschen erschießen uns nur um eine Trophäe zu haben und ihr Ego zu befriedigen, weil sie anscheinend kein Selbstwertgefühl besitzen und sonst nichts können. Es ist eine Schande für die Menschen, dass sie mittlerweile nicht einmal richtig wissen wie man jagt. Hierzu ein Beispiel: Sie züchten uns Löwen und andere Großkatzen in Zwingern auf Farmen und dann kommen selbst ernannte „Großwildjäger“ und schießen im Gehege auf uns oder sie fangen uns im Schutzgebiet lassen uns vor der Grenze des selbigen frei und erschießen uns dann mit der Begründung „Der war ja gar nicht im Schutzgebiet...“ Ich weiß, uns Löwen machen sie zum Vorwurf, dass wir die Jungen eines Löwenkonkurrenten um die Ecke bringen um uns anschließend paaren zu können, aber Mutter Natur hat es uns so eingegeben, um frisches Blut weiterzuvererben und so die Gesundheit unserer Art erhalten zu können. Wir lassen niemanden mit Absicht leiden, wenn wir töten dann so kurz und schmerzlos wie es nur möglich ist.“

„Ich möchte auch etwas sagen“ miaute die Vertreterin der Hauskatzen. „Selbstverständlich, jeder der etwas zu sagen hat wird gehört!“ meinte der Vorsitzende. „Nicht alle Menschen handeln oder denken so skrupellos wie die gehörten Beispiele. Es gibt auch viele Menschen die uns beschützen, verteidigen und zu schätzen wissen was wir für sie und die Natur tun! Diese Menschen bieten uns Schutz in Gebieten in welchen wir frei leben können, sie nehmen uns Hauskatzen auf und geben uns ein schönes zu Hause, sie bauen für uns eigene Häuser in welchen wir betreut werden, wenn sich unsere Halter nicht mehr um uns kümmern können.“ „Blödsinn“ brüllte der Tiger. Alle sahen ihn erschreckt und erstaunt an. „Sie benutzen euch als Versuchstiere, sie setzen euch einfach aus, sie quälen euch auf grausamste Art und Weise...das nennt ihr gute Menschen?“ „Du hast recht, lieber Tiger. Es gibt auch diese Art der Menschen, aber auch du hast zu gegeben, dass man nicht alle in einen Topf werfen kann! Ich zitiere hier einen alten und weisen Spruch, den die Menschen in einem bekannten Buch nieder geschrieben haben: Der, der ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein und um noch einen zu nennen: Was du nicht willst, das mach auch keinen anderen! Wären wir besser, wenn wir über die Menschen herfallen würden? Ich gebe zu es hat in so manchen Momenten etwas verlockendes, aber wir sind hier um zu überlegen wie wir sie zum Umdenken bewegen können und nicht um einen Krieg anzuzetteln. „Du hast ja Recht, aber bei soviel Ungerechtigkeiten hab ich es manchmal so satt, geduldig zu sein“ brummte der Tiger. Die Hauskatze fuhr fort: „Wir sollten, den Menschen zeigen, dass jeder etwas zum Schutz der Tiere und Natur beitragen kann, auch wenn man keine Menschenberühmtheit ist. Da es auch viele Menschen gibt, denen wir am Herzen liegen, plädiere ich für eine Chance für die Menschen, mit der Bedingung das sie sich ehrlich bemühen sich zu ändern.“ Ein leises Brummen ging durch die Reihe der Katzen.

„Gibt es sonst noch Vorträge? Nein? Dann hört nun meine Zusammenfassung, welche ich Mutter Natur überbringen werde: Wir, die Katzen sprechen uns dafür aus, dass den Menschen eine Lektion erteilt wird, wenn sie nicht ehrlich bemüht und bereit sind ihren Umgang mit uns Tieren und der Umwelt zu ändern. Des Weiteren werden wir den Menschen respektieren, wenn auch er uns respektiert, sollte dies nicht der Fall sein werden wir uns ab jetzt wehren und das mit all den uns verfügbaren Mitteln. Wir sind wie der Mensch Lebewesen mit Intellekt, Gefühlen und einer Seele und so wollen wir auch behandelt werden. Wenn dies Eure Meinung wieder spiegelt so hebt jetzt bitte die Pfote“ brummte der Schneeleopard.

Alle hoben zustimmend die Pfote. „Nun, so sei es. Ich werde Eure Anliegen, Bedürfnisse und Wünsche an Mutter Natur herantragen. Sobald sie alle Berichte erhalten hat wird sie eine Entscheidung treffen. Diese werde ich Euch später überbringen. Nun, schließe ich die Versammlung und wünsche Euch und allen Vertretern Eurer Art alles Gute! Seid mutig stark und zuversichtlich, noch ist nicht alles verloren.“ Die Katzen nickten zustimmend, miauten zum Abschied und machten sich anschließend auf den Weg in ihr jeweiliges zu Hause um dort auf weitere Instruktionen von Mutter Natur zu warten.
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