Der Ruf

06.09.2015 19:33
Ich bin eine wunderschöne, 3-färbige Katzendame mittleren Alters (den Ausdruck alt verbiete ich mir aufs äußerste!) und nun finde ich es an der Zeit, auch eine Anekdote aus meinem Erfahrungsschatz zum besten zu geben. Es war an einem wunderschönen, warmen Sommerabend auf dem Campingplatz. Dort haben meine Familie und ich ein kleines Häuschen für die Wochenenden und weil ich immer bei meinen Lieben sein möchte fahre ich überall hin mit.

Damals war es ein wunderschöner, warmer Sommerabend. Meine Familie und Freunde des Sohnes hatten sich zum Grillen versammelt und es roch verführerisch nach allerlei leckeren Dingen. Ich würde sicherlich die eine oder andere Kostprobe von meinem Herrchen bekommen, bin ich doch sein Liebling und er war auch schließlich der Herr im Haus (ich weiß es klingt etwas altmodisch, aber damals war das noch so). Ich nutzte derweil die Zeit und durchstreifte die nähere Umgebung, jagte Insekten und fühlte mich als die größte Jägerin aller Zeiten. Die Zeit verging wie im Flug und es dämmerte langsam. Ich hielt meine Nase in den Wind um zu testen ob das Essen und somit die Leckereien für mich fertig wären, aber ich konnte die Gerüche nicht einordnen, also wartete ich bis ich gerufen wurde. Plötzlich hörte ich die Stimme meines Herrchens „Mietz, Mietz. Komm Mietz.“ „Mietz? Was soll das bloß?“ dachte ich entrüstet. Gleich darauf ertönte derselbe Ruf meines Herrchens. „Ich habe einen Namen und wenn du mich nicht damit rufst werde ich sicher nicht kommen! Ich habe schließlich einen ausgeprägten Katzenstolz!“ sagte ich vor mich hin. Ich würde warten, wenn nötig die ganze Nacht, ich weiß das mein Herrchen mich nie allein in der Nacht draußen lassen würde. Also wartete ich und wartete, aber es dauerte eine gefühlte Ewigkeit.

Endlich, aber wie bereits gesagt, vorhersehbar hörte ich laut (so dass ich es an jedem Winkel des Campingplatzes gehört hätte :) die Stimme meines Herrchens: „Muschi! Wo ist denn meine Muschi? Komm zu mir, meine Schönste!“ „Also geht doch!“ dachte ich und lief so schnell ich konnte zu meiner Familie und direkt in Herrchens Arme. Ich bekam meine Kostprobe und schnurrte vor Freude. Als ich meine Belohnung gegessen hatte, bemerkte ich das der Sohn der Familie eine sehr bedenkliche Röte im Gesicht hatte (vielleicht ein Sonnenbrand?) und all seine Freunde mit voller Lautstärke herzlich lachten. Der Sohn sah mich verärgert an und meinte zu mir „Warum kommst du nicht einfach bei Mietz wie sonst auch?“ Ich sah ihn mit mit meinem süßesten Blick, den ich hatte an und schnurrte. Da lächelte er und meinte: „Ist schon gut, ich möchte auch mit meinem richtigen Namen gerufen werden. Ich werde mit Papa sprechen, denn das nächste Mal muss er ja nicht gleich über den ganzen Campingplatz schreien, sodass wir die Nachbarn hören wie sie in brüllendes Gelächter ausbrechen, ja eindeutig zweideutig denken.“

Ich bin eine Katze, hab schon viel gesehen, gehört und erlebt aber den menschlichen Humor hab ich bis heute nicht durchschaut. „Was ist denn an Muschi? Bis heute weiss ich es nicht so genau.“aber das macht nichts. Meine Katzenfreunde meinten, ich soll die Geschichte dennoch erzählen, denn sie soll ja sowohl für Katzen als auch Menschen sein und beiden das eine oder andere Lachen bzw. Schmunzeln bzw. schnurren entlocken.
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