Die Katzenkrallen

23.04.2017 17:37
Ob sanft oder heftig, jeder hat sicher schon einmal mit ihnen Bekanntschaft gemacht: den Krallen unserer Stubentiger... :) Als vor kurzem Mystery und Spirit bei den täglichen Streicheleinheiten wieder einmal genüsslich zu treteln begannen und ich dabei ihre Krallen fühlte, wollte ich kurzerhand –wissbegierig wie ich nun einmal bin- mehr über die „Waffen“ unserer Schnurrer erfahren. Ich hab´einige interessante Dinge erfahren, welche ich Euch natürlich nicht länger vorenthalten möchte...

Unsere Fellnäschen besitzen insgesamt 18 sichelförmige Krallen (je Vorderpfote 5 Stück, je Hinterlauf 4 Stück). Die äußerste Schicht besteht aus Keratin (= Faserproteine), welche ein mit Nerven durchzogenes, durchblutetes Gewebe umhüllt. Die Krallen benötigt die Katze zum fangen und festhalten der Beute; sowie zur Verteidigung und zum Klettern. Damit diese -für die Katze- wichtigen „Werkzeuge“ auch immer gut funktionieren, hat sich Mutter Natur etwas einfallen lassen: Unsere Stubentiger können die Krallen je nach Bedarf ein- bzw. ausfahren. Das heißt, z.B. beim fangen der Beute werden die Krallen ausgefahren und beim gehen werden sie eingezogen (damit sie sich nicht unnötig abnutzen). Doch nicht allen Katzenarten ist das gegeben, denn z.B. der Gepard kann seine Krallen nur teilweise einziehen...

Die Pflege (wir Menschen würden Maniküre dazu sagen :) der Krallen erledigen gesunde Katzen selbst! Die Vorderpfoten werden an den verschiedensten, geeigneten Stellen gewetzt und damit geschärft. Die Krallenhüllen der Hinterläufe werden durch die Katze selbst zurecht genagt/gebissen. Dies bedeutet, dass unsere Fellnäschen nicht wie wir Menschen zur Nagelpflege gehen müssen oder?

Grundsätzlich nicht, es kann aber vorkommen, dass die Katze aufgrund von Krankheit, Alter, Übergewicht oder Verletzungen die Krallenpflege nicht mehr allein erledigen kann. Dann besteht das Risiko, dass die Krallen in die Pfote einwachsen und damit massive Schmerzen, Blutungen und Entzündungen verursachen. Um dies zu verhindern, braucht die betroffene Katze bei der Krallenpflege Unterstützung. Dies geschieht indem man der Katze die Krallen ein kleines Stückchen kürzt. ACHTUNG: Hier ist äußerste Vorsicht geboten, denn wenn man zu viel kürzt; fügt man der Katze massive Schmerzen zu! Ich würde dies daher ausschließlich den Tierarzt machen lassen, denn dieser hat Erfahrung damit und weiß wie weit er die jeweilige Kralle kürzen darf damit keine Verletzungen, Schmerzen entstehen! Außerdem ist die Sache beim Tierarzt relativ rasch erledigt. Während man selbst wahrscheinlich mindestens einige Stunden für die Prozedur brauchen würde und dabei das Verletzungsrisiko sowohl bei Katze als auch Mensch relativ hoch ist... Natürlich gibt es Katzen die lassen es -ohne mit der Wimper zu zucken- über sich ergehen und bleiben ruhig dabei sitzen, aber meine Schnurrer würden dabei zu Furien werden... (Die Einnahme von Medikamenten/Augentropfen ist ja schon ein richtiger Kult bei uns... :) Falls dennoch jemand das Kürzen der Krallen selbst machen möchte, dann bitte sich zuerst die Prozedur vom Tierarzt zeigen und erklären lassen!

Leider bin ich auf meiner Informationssuche auf ein „Krallen-Thema“ gestoßen, welches ein absolutes No-Go ist: das Krallen ziehen! Eigentlich müsste es korrekter Weise Krallen-Amputation heißen, denn bei dieser Tierquälerei wird der Katze die Kralle und die dazugehörigen Haut-, Sehnen-, Nerven- und Knochenteile entfernt. Nach dem Eingriff erleidet die betroffene Katze meist schlimme postoperative Schmerzen, zeigt oft Verhaltensauffälligkeiten und muss durch den fehlenden Metacarpalknochen quasi das Gehen wieder neu erlernen... Das das Tierquälerei ist sehe nicht nur ich so, sondern auch der Staat Österreich, Deutschland, die EU sowie weitere Länder (Schweiz, Australien...)! Die EU und die zuvor genannten Länder haben das „Krallen ziehen“ glücklicherweise VERBOTEN!!

Des Weiteren bin ich bei meine Streifzügen durch das Internet auf Katzenbilder gestoßen, in welchen die Katzen bunte Krallen hatten/haben. Zuerst dachte ich, die Menschen hätten den Katzen die Krallen lackiert, doch dann habe ich herausgefunden, dass dieses Phänomen „Soft Claws“ genannt wird und was es mit diesem auf sich hat: „Soft Claws“ sind künstliche Krallenüberzüge/Krallenhüllen, welche auf die Krallen geklebt werden und nach einiger Zeit wieder abfallen. Ursprünglich wurden sie entwickelt, damit sich z.B. Allergiker-Katzen nicht wund kratzen. Doch wie es meist so ist, wurde der ursprünglich noble Gedanke schnell zu einen fragwürdigen Trend... Viele Katzenhalter kleben ihren Katzen die künstlichen Krallenhüllen auf, damit diese nicht an den Möbeln kratzen... Dabei ist das künstliche Krallen-Design für gesunde Katzen nicht notwendig, denn wenn der Katze genug Kratzmöglichkeiten zur Verfügung stehen interessiert sich die Katze nicht die Kralle für die Möbel; besonders dann nicht wenn die Kratzgelegenheiten nach Katzenminze riechen....:D

Bevor nun meine beiden Fellnäschen Spirit und Mystery die Krallen ausfahren, weil sie Aufmerksamkeit wollen, ende ich an dieser Stelle und hoffe das ich Euch die eine oder andere interessante Information zu den „Waffen“ der Katzen geben konnte! :)
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