Kastration und Sterilisation

22.11.2015 14:48
Dies ist oft ein heikles Thema, aber dies sollte und braucht es nicht sein! In diesem Blogbeitrag möchte ich Euch ein paar recherchierte und wie ich finde interessante Informationen nahebringen und auch aus meinen eigenen Erfahrungen berichten.

Kastration:
Ist eine Unfruchtbarmachung von Katern als auch von Katzen. Bei diesem Eingriff, der unter Vollnarkose stattfindet werden beim Kater die Hoden und bei der Katze die Eierstöcke (eventuell zusätzlich die Gebärmutter) entfernt. Dies ist mittlerweile ein Routineeingriff geworden.

Der richtige Zeitpunkt für die Kastration lässt sich am besten mit dem Tierarzt abklären. Zumeist fällt dieser bei Katern in die ersten 6 bis 10 Lebensmonate und bei Katzen in die ersten 4 bis 5 Lebensmonate. Da ab diesem Alter jederzeit die Geschlechtsreife einsetzen kann, wird Euch der Tierarzt wahrscheinlich raten nicht zu lange mit dem Eingriff zu warten. Wenn der Eingriff vor der Geschlechtsreife stattfindet erspart man sich die sehr anstrengende Rolligkeit bei Katzen und bei Katern das ebenfalls unangenehme Markierungsverhalten.

Die Kastration ändert nichts, absolut nichts am Charakter des jeweiligen Tieres! Die Katze bzw. der Kater bleibt so wie er/sie ist! Der Eingriff bewirkt eine lediglich hormonelle Umstellung, welche nach ca. 4 bis 6 Wochen abgeschlossen ist. Dadurch werden die Tiere anhänglicher und das Leben in einem Mehrkatzenhaushalt gestaltet sich ebenfalls um einiges friedlicher, da sich die Katzen geschlechtsneutral verhalten. Das Wachstum der Tiere und ihre Größe als ausgewachsenes Tier wird nicht beeinflusst! Es sprechen aber noch weitere Argumente für eine Kastration:

- Höhere Lebenserwartung bei Katern
- Senkung des Risikos von Tumoren, Krebs, Entzündungen (Prostatakrebs, Gesäugetumore)
- Verringert die Übertragung von gefährlichen Krankheiten (z.B. Katzen-Aids)
- Kein unerwünschter Nachwuchs

Es gibt leider noch viele Irrtümer bezüglich der Kastration! Durch eine Kastration verliert weder ein Kater seine „Männlichkeit“ bzw. eine Katze ihre „Weiblichkeit“, dies sind nur die Gedankengänge/Empfindungen der Menschen und nicht die der Tiere. Ein weiterer Mythos, welcher ins Reich der Irrtümer gehört ist, dass Katzen mindestens 1 x in ihrem Leben werfen müssten – dies ist absolut nicht notwendig! (Dadurch landen viele arme Tiere auf der Straße, in Labors, Tierheimen)

Des Weiteren herrscht in Österreich eine Kastrationspflicht laut dem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetz (BGBl II, Nr. 486/2004; Anlage 1,2.10). Dieses Gesetz gilt für Tiere mit Freigang. Ausgenommen von diesem Gesetz sind nur kontrollierte Züchtungen, sowie Tiere welche in bäuerlicher Haltung leben. Gilt aber nur wenn die Tiere keinem Halter zuordenbar sind! Bei Nichteinhaltung können Strafen bis zu EUR 3.900,- verhängt werden.

Sterilisation:
Ist eine Unfruchtbarmachung von Katzen als auch von Katern. Bei diesem Eingriff, der ebenfalls unter Vollnarkose stattfindet werden beim Kater die Samenleiter und bei der Katze die Eileiter durchtrennt. Dies bedeutet, dass Katzen durch die verbleibende Funktionstüchtigkeit der Eierstöcke weiterhin rollig werden und Kater deren Hoden ebenfalls funktionstüchtig bleiben zeigen weiterhin das instinktive Markierungsverhalten, gehen weiterhin auf Weibchensuche und riskieren die dazugehörigen Revierkämpfe.

Persönliche Erfahrungen:
Ich habe mich für alle meine Katzen, egal ob Katze oder Kater für die Kastration entschieden und keine Sekunde je bereut! Denn wer je die Liebesrufe einer rolligen Katze gehört hat, weiß wie nervig dies sein kann. Ebenfalls nervig ist das Markierungsverhalten eines geschlechtsreifen Katers. Das habe ich mir und meinen Katzen ersparen wollen und sie deshalb wie gesagt noch vor der Geschlechtsreife kastrieren lassen.

Spirit und Mystery wurden mit etwa 7 Monaten kastriert, da vor allem Spirit schon die ersten Annäherungsversuche an Mystery unternahm (das war das erste Mal lustig, als es zum Dauerzustand wurde, wurde es nicht nur für Mystery sondern für die ganze Familie zur Nervenprobe) und auch Mystery leichte Anzeichen einer bevorstehenden Rolligkeit zeigte. Vor der Kastration wurden beide eingehend untersucht und danach wurde die Freigabe erteilt. Der Eingriff wurde an beiden gleichzeitig/am selben Tag vorgenommen. Sie bekamen am Vortag abends das letzte Fressen und durften ab diesem Zeitpunkt nur noch Wasser zu sich nehmen (oh, das ist den beiden Gourmets schwer gefallen! Vor allem der Verzicht auf die geliebten Leckerlis), da sie für die anstehende Operation nüchtern sein mussten. Am Tag des Eingriffes brachten wir sie zum Tierarzt und ein paar Stunden später erhielt ich den Anruf, dass wir die beiden abholen können und alles gut verlaufen sei.

Die berühmte Halskrause haben wir sicherheitshalber von der Tierärztin mitbekommen, aber sie wurde nicht gebraucht. Spirit hatte zwecks der Wundheilung einen Spray bekommen und Mystery ein Pflaster, so wie ihre Vorgängerin Nero. Zu Hause angekommen, legten wir beide auf warme Decken auf den Boden, auf welchen sie sich ausschlafen konnten. In der Nähe hatten wir Wasserschüsseln parat, damit es Spirit und Mystery leichter fiel ihren Durst zu löschen (waren ja noch etwas wackelig auf den Beinen). Eine leichte Übelkeit in den ersten Stunden nach dem Eingriff kann so wie bei Spirit vorkommen, dies ist/war aber laut Tierärztin kein Problem. Um ein Aufreißen der Wunde zu verhindern, sollen Katzen in den ersten Tagen nicht aus größeren Höhen springen (ich weiß, es ist leichter gesagt als getan...aber irgendwie ging´s. Darum habe ich mir für den OP-Termin und den „Tag danach“ frei genommen um Aufpasser zu spielen).

Das erste Fressen gab es sehr spät abends nach der Kastration, aber keiner der beiden hatte Hunger. Am nächsten Tag allerdings, war alles so wie immer und die Stubentiger ganz die Alten: Es wurde ordentlich gefressen, getrunken und jeder forderte seine Streicheleinheiten. :)

Die Tierärztin hatte mir beim Abholen von Spirit und Mystery erklärt, worauf in den Folgetagen der Kastration zu achten sei und das bei Auftreten von nachstehend genannten Symptomen sofort zur Untersuchung kommen sollte: Nässen/Blutungen der Wunde; Anzeichen einer Entzündung der Wunde; Probleme beim Erledigung des Geschäftes. Nichts davon ist passiert. Eine Woche später wurde eine Kontrolle durchgeführt, bei welcher die Nähte von Mystery gezogen wurden, bei Spirit wurde geschaut ob diese sich wie geplant von selbst gelöst hatten. Alles ist gut verlaufen und die beiden haben sich zu großen, gesunden Katzen entwickelt.
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