Mystische Weihnacht

29.11.2015 06:32
Vor nicht allzu langer Zeit, saßen vier Katzenmütter mit ihren insgesamt 24 Kätzchen gemütlich vor dem warmen Ofen. Die Kleinen spielten unter den wachsamen Augen der Mütter und fühlten sich rundum wohl. Blacky, die schwarze Katze sah ihren Kindern beim spielen zu und meinte:„ Bald ist die Zeit des Abschiedes gekommen, sie sind schon soweit...“ Die drei färbige Mystic seufzte: „Du hast Recht! Sie werden so schnell groß...!“ Das graue Katzenweibchen Silver wandte sich zu den beiden. „Aber das gehört zum Leben und ihr wisst es ebenso gut wie ich. Das ist der Lauf des Lebens, es muss so sein!“ Stille kehrte ein und alle wandten die Blicke wieder ihren entzückenden Kindern zu. Sie spielten mit ihnen und brachten ihnen damit den letzten Schliff im guten Katzenbenehmen bei.

Da erschien Storm, der prächtige Kater und zugleich Vater der Kätzchen. „Macht Euch keine Sorgen! Alle, absolut alle werden ein wunderbares zu Hause bekommen! Ich habe die Menschen und ihre Aura gesehen, bei denen unsere Jungen leben werden und es wird alles gut!“ Die Katzen waren ob dieser Worte überrascht, den normalerweise äußerte sich Storm nicht zu Angelegenheiten welche die Kätzchen betraf. „Ich kann Eure Nervosität verstehen, die Heilige Nacht rückt näher... seid dennoch unbesorgt und lasst uns die Zeit mit den Kleinen genießen!“ Bei diesen Worten machte er es sich auch schon in der Nähe seiner Jungen gemütlich und schlief ein. Blacky, Mystic und Silver sahen sich immer noch etwas verwundert an, befolgten aber seinen Rat und begannen mit den Kätzchen zu spielen. Danach kuschelten sich alle zusammen und man konnte das leise Schnurren der Kleinen hören, als sie eng an ihre Mütter gekuschelt einschliefen.

Dann kam der erste Dezember und mit ihm die ersten Menschen um das erste Kätzchen zu holen, es war eines von Blacky´s Jungen. Am nächsten Tag bekam ein Junges von Mystic ein neues zu Hause, am darauf folgenden Tag wiederum wurde ein Kätzchen von Silver abgeholt. So ging es Tag für Tag. Als schließlich nur noch vier Kätzchen übrig waren, holte Blacky die anderen zu sich und meinte: „Diesmal ist etwas anders als sonst! Kommt Euch das nicht auch so vor?“ Verschwörerisch sah Silver nach rechts und links als sie sagte: „Ja, denn es wird jeden Tag genau ein Kätzchen abgeholt! Nicht wie sonst einmal eines, dann wieder zwei...“ Mystic nickte heftig mit dem Kopf und raunte den beiden zu: „Ihr habt vollkommen Recht! Es war ja schon irgendwie verdächtig, dass Storm sich in Bezug auf die Kätzchen geäußert hat, denn das tut er ja nie! Es war bis jetzt immer unsere Angelegenheit! Außerdem ist mir aufgefallen, dass Storm jedem Kätzchen, dass abgeholt wurde etwas zum Abschied ins Ohr geflüstert hat!“ Alle miauten leise. „Was auch immer vor sich geht, wir werden es herausfinden! Ich habe eine Idee: Wir werden ab sofort alle drei bei jeder Abholung dabei sein und genau beobachten was da vor sich geht!“ schlug Silver vor.

Am nächsten Tag war es soweit. Die drei Katzen brachten sich in Position. Die Menschen kamen um ein Kätzchen zu holen. Deren Aura war vollkommen in Ordnung und strahlte in wunderschönen Farben, genauso wie Storm es gesagt hatte. Plötzlich wie aus dem Nichts tauchte Storm bei dem Jungen auf, flüsterte ihm etwas ins Ohr und verschwand genauso schnell wie er gekommen war. Diese Szene wiederholte sich nun Tag für Tag. Als nur noch zwei Kätzchen übrig waren, packte Mystic die Neugier. „Ich werde jetzt zu Storm gehen und ihn direkt fragen, was es mit seinem merkwürdigen Verhalten auf sich hat!“ mit diesen Worten und ohne das die anderen Katzen reagieren konnten marschierte sie los. „So Storm, du sagst uns auf der Stelle wieso du dich so komisch benimmst!“ Der Kater streckte sich erst einmal und meinte bloß: „Ich weiß nicht wovon du redest! Es ist alles wie immer!“ Doch so leicht ließ sich die resolute Katzendame nicht abschütteln. „Es ist nicht wie immer! Du benimmst dich sehr merkwürdig! Wir haben gesehen, dass du jedem einzelnen Kätzchen etwas zum Abschied zu geflüstert hast! Das hast du noch nie zu vor getan! Sag jetzt was das soll!“ Storm baute sich in seiner vollen Größe auf und sprach nun mit Nachdruck zu den Katzen: „Ich will nicht darüber reden, wenn die Zeit gekommen ist werdet ihr alles erfahren. So und nun will ich meine Ruhe!“

Storm ließ Blacky, Silver, Mystic einfach stehen und ging seines Weges. „Das darf doch nicht wahr sein oder? Er lässt uns einfach so stehen, ganz so als wäre alles wie immer, aber das ist es nicht! Indirekt hat er es ja zugegeben“ beschwerte sich Mystic bei den anderen. „Es ist alles so verwirrend! Ich spüre, dass etwas ganz anders ist als je zuvor. Ich erinnere mich, dieses Gefühl schon bei der Geburt der Jungen gehabt zu haben, habe es aber allerdings verdrängt“ sagte Blacky. „Jetzt wo du es sagst, ich hatte dieses Gefühl ebenfalls bei der Geburt meiner Kätzchen“ stimmte ihr Silver zu. Mystic starrte die beiden an. „Sehr merkwürdig! Bei mir war´s genauso, aber das ändert nichts daran, dass wir herausfinden müssen was da vor sich geht!“ Alle miauten zustimmend und die Katzendamen brachten sich am nächsten Tag wieder in Beobachtungsposition. Sie waren diesmal vorbereitet und konnten alles ganz genau beobachten, wieder lief alles so ab wie bei den anderen Kätzchen die abgeholt wurden. Es war nur noch ein Kätzchen von Mystic übrig und morgen war die Heilige Nacht...ob das alles zusammenhing? fragten sich die Katzenmütter und fanden trotz intensiven Nachdenkens keine zufriedenstellende Antwort.

Am nächsten Morgen kam das kleine Kätzchen zu Mystic und fragte sie traurig: „Warum holt mich keiner? Habe ich denn keine Familie die mich haben will?“ Mystic beugte sich zu ihrer Tochter, strich ihr zärtlich über das Fell und versuchte sie zu trösten: „Natürlich wirst du eine Familie bekommen, sei geduldig! Heute ist die Heilige Nacht. Das ist eine ganz besondere Nacht, in der alles möglich ist und in der besonders oft Wunder geschehen können“ Da funkelten die Augen des Kätzchens und sie lief schnurrend zu ihren Tanten um mit ihnen zu spielen. Die Stunden vergingen und es wurde langsam dunkel. Mystic, Silver und Blacky hatten die ganze Zeit weder das Kätzchen noch Storm aus den Augen gelassen, doch es war nichts besonderes vorgefallen. Die Katzen beschlossen, sich vor dem Korb in dem das Kätzchen nun schief zu positionieren und zu warten was passieren würde, denn schließlich begann die Heilige Nacht und sie spürten, dass sich etwas außergewöhnliches ereignen würde. Es war nun mittlerweile vollkommen dunkel, als plötzlich Storm neben den Katzen auftauchte, an ihnen vorbei ging und sich direkt neben den Korb setzte in welchem seine Tochter schlief.

Plötzlich fing der Raum an zu leuchten. Zuerst schwach, dann immer stärker. Die Katzen kneiften die Augen zusammen, da das Licht immer heller wurde. Als sie die Augen wieder öffneten stand ein Engel vor ihnen... Blacky, Silver und Mystic blieb der Mund offen stehen und das kommt bei Katzen wie man weiß nicht oft vor! „Kommt ruhig näher meine Lieben, habt keine Angst!“ sprach der Engel beruhigend und freundlich. Vorsichtig und ganz langsam kamen die Katzen näher und setzten sich neben Storm, den Engel immer fest im Blick. „Ich bin der Erzengel der Tiere und habe eine Botschaft für Euch alle: Alle Eure Kätzchen sind besondere Kätzchen. Jedes von Ihnen hat eine spezielle Aufgabe von uns Engel bekommen, welche Ihnen Storm übermitteln sollte. Du hast diese Aufgabe perfekt erfüllt, Storm! Wir danken Dir von ganzen Herzen!“ sagte der Engel. Storm schnurrte so laut, so wie man es zuvor noch nie gehört hatte. Der Engel fuhr fort: „Und auch Euch, Blacky, Mystic, Silver danken wir von ganzen Herzen! Ihr habt Eure Jungen perfekt für ihre Aufgabe auf Erden vorbereitet. Vergebt Storm, dass er euch nicht eingeweiht hat, denn nur so konntet ihr drei euch vollkommen unbefangen um euren Nachwuchs kümmern.“ Die Katzendamen waren plötzlich erfüllt von einem Gefühl der Liebe und des Stolzes und fielen in Storm´s Schnurren ohne weiter darüber nachzudenken mit ein, während sie weiterhin den Engel beobachteten und seinen Worten lauschten.

„Das Katzenmädchen, welches in dem Korb schläft ist das von uns auserwählte Kätzchen, welches unsere Botschaft an alle Lebewesen überbringen wird und somit das Schicksal aller zum Guten verändern wird! Es wird Licht, Liebe, Glück und Freude zu seiner Familie, zu allen Menschen die ihr begegnen und dadurch in die ganze Welt bringen! Denkt daran, dies ist die Heilige Nacht! Bringt das Gefühl dieser Nacht Euren Menschen und allen Lebewesen denen ihr begegnet näher, damit jede Nacht zu einer heiligen Nacht werde!“ Mit diesen Worten verschwand der Engel genauso wie er gekommen war. Storm, Silver, Mystic und Blacky saßen da und schauten das Katzenjunge an, welches von einer goldene Aura umgeben war. „Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich fühle mich sehr geehrt dies erleben zu dürfen und Teil dieser Aufgabe zu sein.“ sagte Storm zu den Katzendamen. Diese stimmten ihn schnurrend zu. Allmählich hörten die Katzen Geräusche aus den unteren Räumen. Es war soweit. Die Familie des Katzenmädchens war da und würde es abholen. Zärtlich weckte Mystic ihr Junges und trug es, begleitet von Storm, Mystic, Silver der Familie entgegen. Als das Kätzchen abgesetzt wurde, lief es geradewegs auf die unbekannte Frau zu und schnurrte leise. Die Katzen sahen eine farbige, schöne Aura um die Frau und wussten, dass alles so kommen würde wie es der Engel vorausgesagt hatte.

„Das habe ich ja noch nie erlebt, dass eine Katze ihr Junges direkt zu deren neue Familie bringt!“ meinte die Dame des Hauses. „Das ist eines der Wunder, welche nur am Heiligen Abend passieren“ entgegnete die fremde Frau, in deren Armen nun das Kätzchen selig schnurrend schlief. Alle Katzen, einschließlich des Katers stimmten ihr zu, verabschiedeten sich von dem Kätzchen und ließen sich beim warmen Ofen nieder um diesen besonderen Weihnachtsabend in aller Stille zu würdigen.
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