Über die Regenbogenbrücke in den Katzenhimmel

01.11.2016 14:25
Irgendwann ist er da, der eine, der eine ganz bestimmte Tag... einfach so. Manchmal völlig unerwartet, manchmal absehbar: Der Tag an welchen der geliebte Stubentiger die Reise über die Regenbogenbrücke in den Katzenhimmel antritt....

Dreimal kam dieser Tag schon in mein Leben, dreimal bedeutete es Abschied zu nehmen von einer wunderbaren, einzigartigen Katze. Der erste Abschied kam für mich unerwartet, denn von einem Tag auf den anderen ging es meinen Kater Schnurli sehr schlecht. Er hatte massive Gleichgewichtsstörungen, wurde blind und magerte rasch ab. An seinem letzten Tag sah ich, wie er sich quälte als er trotz massiver Schmerzen auf mich zu kam, um mich zu Hause willkommen zu heißen. An diesem Tag spürte und wusste ich, dass die Zeit für Schnurli gekommen war, um über die Regenbogenbrücke zu gehen. Ich streichelte ihn, danach bot ich ihm noch Futter und Wasser an, doch er rührte nichts an. Er saß einfach nur da und schnurrte mich an. Ich nahm mir Zeit um Abschied zu nehmen, sagte immer wieder wie lieb ich ihn nicht hätte. Danach holte ich den Transportkorb und setzte Schnurli vorsichtig hinein. Nachdem der Korb verschlossen war, ging ich in das Nebenzimmer, in welchem mein Vater wartete. Er sah mich an und ich nickte nur wortlos. Ich brachte es nicht fertig, meinen Kater auf seinem letzten Weg zu begleiten und ich war unendlich dankbar, dass mein Vater diese schwere Aufgabe übernahm. „Es ist für ihn das Beste“ dachte ich und obwohl ich wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, tat es mir unendlich weh meinen geliebten Kater gehen zu lassen.

Viele, viele Jahre später musste ich Abschied von meinem Kater Feli nehmen. Feli hatte trotz der Diagnose „FIV“ (Katzenaids) ein gutes, relativ langes Leben. Doch es kam wie es kommen musste, die Krankheit brach aus und forderte den damit verbundenen Tribut. Er bekam massive Zahnschmerzen, welche wir schnell in den Griff bekamen, aber gegen die darauffolgende Erblindung; sowie weitere, immer wiederkehrenden Entzündungen konnte die Tierärztin leider nichts ausrichten. Schließlich kam er doch..., der Tag des Abschiedes. Als ich nach Hause kam, sah ich jene Szene, vor der ich mich insgeheim die ganze Zeit gefürchtet hatte: Wieder sah ich eine Katze; die es sich trotz massiver Gleichgewichtsstörungen und Schmerzen, nicht nehmen ließ mich zu Hause willkommen zu heißen. Ich nahm ihn vorsichtig hoch und trug ihn zu seinem Lieblingsplatz. Ich brachte ihm sein Lieblingsfutter und etwas zu trinken, doch er verschmähte alles. Stattdessen saß er da und schnurrte, genauso wie es Schnurli einst getan hatte. Nun spürte ich, dass die Zeit gekommen war, meinen süßen, roten Tiger gehen zu lassen. Da ich mich nicht in der Lage fühlte, Feli auf seinen letzten Weg zu begleiten, bot sich mein Vater erneut an dies für mich zu übernehmen. Wieder dachte ich „Es ist das Beste“, doch das änderte nichts an dem für mich furchtbaren Verlust meines treuen Wegbegleiters.

Viele Jahre danach, trat völlig unerwartet Nero in mein Leben. Sie war eine ganz entzückende, charmante Katzendame. Leider litt sie an „FeLV“ (Katzenleukämie), welche rasch ausbrach und ihr alle Kraft die Nero hatte abverlangte. Sie bekam die bestmögliche Betreuung, sowohl an Medikamenten, Infusionen als auch an persönlicher Pflege. Doch gegen die Krankheit konnte Nero nicht gewinnen und so war er unausweichlich wieder da: Der Tag des Abschiedes. Ich spürte es schon auf dem Heimweg und wusste instinktiv was mich zu Hause erwarten würde, dennoch brach es mir wieder das Herz. Beim Betreten der Wohnung kam mir Nero leicht wankend entgegen um mich zu begrüßen. Danach bot ich ihr etwas Schinken an – dies war ihr Lieblingsleckerli – von welchem sie einen Bissen zu sich nahm um sich gleich darauf erschöpft hinzulegen. Eigentlich sollte Nero an diesem Tag eine Infusion zur Stärkung der Abwehrkräfte bekommen, doch ich fühlte das es dazu nicht kommen würde. Vorsichtig legte ich Nero in den Korb und wir machten uns auf den Weg zur Tierärztin. Nach der Untersuchung, sagte die Tierärztin das mein Katzenmädchen schon derart geschwächt sei, dass die angedachte Infusion keine Hilfe mehr bringen werde. Schweren Herzens traf ich die Entscheidung Nero über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen. Sie bekam zwei Spritzen und ich blieb bis zu ihrem letzten Atemzug bei ihr. Es war keine einfache Situation und die damit verbunden Gefühle sind ebenfalls nicht einfach zu beschreiben. Ich verspürte neben der Trauer auch eine Art von Trost, dass ich sie auf dem Übergang begleiten und für sie bis zum Schluss da sein konnte.

Jedes Mal, wenn eine meiner Katzen über die Regenbogenbrücke ging,war die Trauer riesig und der Verlust schien unerträglich. Jedes Mal sagte ich „Keine Katze mehr“! Doch nach erfolgter Trauerbewältigung kam jedes Mal wieder eine bzw. jetzt zwei Katzen auf leisen Pfoten und schnurrten sich in mein Herz und Leben...
Blog gefällt mir
(10) Gib´ diesem Eintrag Deine Stimme, wenn er Dir gefallen hat.

Kommentare Artikel kommentieren

Bisher hat noch niemand einen Kommentar gepostet.
Blogverzeichnis - Bloggerei.de Icon RSS Newsfeed Verzeichnis Web-Feed.deBlogheim.at Logo
Schließen
Royals auf 4 Pfoten
E-Mail: royalsauf4pfoten@gmail.com
Erstellung und Design ENiEX